„Seggl“, „Daggl“, je 50 x 70 cm, Tusche und Stempelfarbe auf Papier


Es geht in diesen schwäbischen Schimpfwörtern nicht darum, besonders grobschlächtig zu sein, sondern um die wunderbare Ambivalenz, die in ihnen drinsteckt . Man beschimpft und verunglimpft jemanden damit zwar, aber es steckt auch viel Sympathie, Achtung und augenzwinkerndes Anerkennen in ihnen. Doof und blöd ist er ja, der Beschimpfte, aber in den Arm nehmen und herzhaft drücken und schütteln möchte man ihn doch auch.
Sprache ist ein nicht eindeutiges System, in dem sich vielfältige Motivationen der Nutzer kreuzen. Schwäbische Schimpfwörter sind für mich ein Paradebeispiel für Vieldeutigkeit und für die Überraschungen, die man erleben kann, wenn gegenläufige Strukturen sich überlagern.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.